Dr. Romain Léger, Facharzt für ästhetische Medizin an der Klinik Entourage in Lausanne, sprach in der Sendung «À Bon Entendeur» (RTS) über ein heikles Thema: die Zunahme illegaler Hyaluronsäure-Injektionen. Hinter dem Versprechen eines verjüngten Gesichts zu einem günstigen Preis verbirgt sich ein echtes Gesundheitsrisiko. Hier sind die wichtigsten Punkte, die es zu verstehen gilt.
Zu sehen auf RTS: Hyaluronsäure – die Gefahr illegaler Injektionen (ABE)
Ein Phänomen, das sich rasch ausbreitet
Die in der Sendung genannten Zahlen verdeutlichen das Ausmaß des Problems. Von 57 Einrichtungen, die im Jahr 2024 von den Kantonen überprüft wurden, führte mehr als die Hälfte Hyaluronsäure-Injektionen durch, ohne über die erforderlichen Qualifikationen zu verfügen. Mit anderen Worten: Ein erheblicher Teil dieser Eingriffe findet außerhalb des medizinischen Rahmens statt.
Der Markt zieht opportunistische Akteure an. Quacksalber, nur wenige Tage dauernde Schnellkurse, Injektionen in Instituten oder zu Hause: Das Angebot wächst vor allem dank extrem günstiger Preise, die eine Kundschaft anziehen, die sich der Gefahren kaum bewusst ist.
Warum der niedrige Preis Anlass zur Sorge geben sollte
Eine von einem Arzt durchgeführte Injektion hat berechtigte Kosten: Konsultation, zugelassenes Produkt, technische Ausstattung und die Fähigkeit, Komplikationen zu bewältigen. Wenn ein Preis ungewöhnlich niedrig erscheint, fehlt oft eine dieser Garantien. Die erzielte Einsparung kann einen hohen Preis haben.
Die Risiken einer nichtmedizinischen Injektion
Schäden, die mitunter irreversibel sind
Eine falsch platzierte Injektion kann ein Blutgefäß verstopfen und zu Hautnekrosen oder sogar zum Verlust des Sehvermögens führen. Das Produkt kann zudem wandern und eine Embolie auslösen. Hinzu kommen Infektionen und bleibende Gesichtsdeformitäten.
Die Gefahr durch gefälschte Produkte
Einige Betroffene glauben, Hyaluronsäure – ein resorbierbares Produkt – zu erhalten, während ihnen eine dauerhafte Substanz injiziert wird, die von Swissmedic nicht zugelassen ist. Eine Frau wurde so nach einer schweren Infektion entstellt und muss sich einer rekonstruktiven Operation unterziehen. In Frankreich wurde sogar ein Todesfall nach einer illegalen Injektion verzeichnet.
Die Mitteilung von Dr. Romain Léger
In seinem Beitrag erklärt Dr. Romain Léger, dass solche Vorfälle selten gemeldet werden. Der Arzt, der eine geschädigte Patientin behandelt, vermeidet es oft, ihr Schuldgefühle einzureden, indem er sie fragt, wer ihr die Injektion verabreicht hat. Diese Diskretion, die aus menschlicher Sicht verständlich ist, trägt dazu bei, das Phänomen unsichtbar zu machen und illegalen Praktiken freien Lauf zu lassen.
Seine Botschaft ist klar: Eine ästhetische Injektion ist ein vollwertiger medizinischer Eingriff, der von einem Arzt und nirgendwo anders durchgeführt werden darf.
Die Checkliste vor der Injektion
Mit einigen einfachen Überprüfungen lassen sich falsche Adressen ausschließen.
1. Ist der Behandler Arzt? Die Injektion von Hyaluronsäure ist in der Schweiz Ärzten vorbehalten.
2. Handelt es sich um eine Arztpraxis? Ein Kosmetiksalon ist kein rechtlicher Rahmen für diese Art von Behandlung.
3. Ist das Produkt zugelassen? Der Arzt muss in der Lage sein, den Markennamen zu nennen und ein von Swissmedic zugelassenes Produkt vorzustellen.
4. Ist eine Konsultation vorgesehen? Keine ernsthafte Behandlung ohne vorheriges Gespräch über Ihre Vorgeschichte und Ihre Erwartungen.
Warum floriert dieser Parallelmarkt?
Die durch die sozialen Medien verstärkte Beliebtheit von Injektionen hat zu einer massiven Nachfrage geführt. Viele Menschen suchen nach einem schnellen Ergebnis zum besten Preis, ohne zu erkennen, dass eine Injektion ein medizinischer Eingriff ist. Unqualifizierte Anbieter nutzen diese Nachfrage aus und profitieren von einem Eingriff, der harmlos erscheint, es aber nicht ist. Die Grenze zwischen Schönheitspflege und medizinischem Eingriff ist in der öffentlichen Wahrnehmung somit verschwommen.
Der Bericht von ABE macht deutlich, dass diese Verharmlosung einen menschlichen Preis hat. Hinter jedem entstellten Gesicht verbirgt sich ein Mensch, der glaubte, eine risikofreie Entscheidung getroffen zu haben.
Was tun, wenn Sie bereits außerhalb einer medizinischen Einrichtung eine Injektion erhalten haben?
Wenn Sie eine Injektion außerhalb einer Arztpraxis erhalten haben und ungewöhnliche Schmerzen, Hautverfärbungen, ungewöhnliche Schwellungen oder Sehstörungen feststellen, zögern Sie nicht. Eine Gefäßkomplikation lässt sich umso besser behandeln, je früher sie behandelt wird. Wenden Sie sich an einen Schönheitschirurgen oder einen Notdienst, ohne abzuwarten, bis sich der Zustand verschlimmert.
Warum sollte man bei Injektionen in Kosmetikstudios vorsichtig sein?
Da sie illegal sind, wenn sie nicht von einem Arzt durchgeführt werden, und da das Institut nicht für die Behandlung schwerwiegender Komplikationen ausgerüstet ist.
Ist die von einem Arzt injizierte Hyaluronsäure sicher?
Ja. Das Produkt ist resorbierbar und wird gut vertragen, wenn es unter ärztlicher Aufsicht, mit einer beherrschten Technik und einer Nachsorge eingesetzt wird.
Ich habe die Impfung an einem anderen Ort erhalten und habe Zweifel – was soll ich tun?
Suchen Sie umgehend einen Facharzt für ästhetische Medizin auf. Eine frühzeitige Behandlung begrenzt die Folgen einer möglichen Komplikation.
Sprechen Sie in der Klinik Entourage
In der Klinik Entourage werden ausschließlich medizinische Hyaluronsäure-Injektionen durchgeführt. Ganz gleich, ob Sie eine Behandlung wünschen oder nach einer an anderer Stelle durchgeführten Injektion Bedenken haben – Dr. Romain Léger und unser Team stehen Ihnen für eine Beratung und eine fundierte Einschätzung zur Verfügung.